Mit der neuen EU-Gebäuderichtlinie (EPBD) geraten Eigentümer:innen und Bauende unter erheblichen Zeitdruck. Ab 2028 müssen alle neuen öffentlichen Gebäude Nullemissionsstandard erfüllen, ab 2030 gilt das für sämtliche Neubauten. Bis 2050 soll zudem der gesamte Gebäudebestand klimaneutral sein. Jeder EU-Staat muss die Vorgaben bis 2026 in nationales Recht überführen.
Die Dimension des Problems ist enorm. Der Gebäudesektor ist einer der größten Energieverbraucher Europas. Obwohl rund 60 % der Bestände in Österreich sanierungsbedürftig sind, stagniert die Sanierungsrate seit Jahren bei nur 1,5 %.
Kernziel der Richtlinie ist eine massive Reduktion des Energieverbrauchs. Im Wohnbereich sollen bis 2030 mindestens 16 Prozent und bis 2035 sogar bis zu 22 Prozent eingespart werden, verglichen mit 2020. Um das zu erreichen, sind nicht nur strengere Bauvorschriften, sondern auch enorme Investitionen in Sanierungen und Energieeffizienzmaßnahmen notwendig.
Die Gebäuderichtlinie markiert damit nicht nur einen ökologischen Wendepunkt, sondern auch eine wirtschaftliche Zäsur. Energieeffizienz und Klimaneutralität werden künftig über die Finanzierbarkeit, Wettbewerbsfähigkeit und Wertentwicklung von Immobilien entscheiden.