Vorzeitige Kündigung Mietvertrag: 8 Lösungsvorschläge für Mieter und Vermieter

Zuletzt aktualisiert am 30. November 2025

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Inhaltsverzeichnis

Vorzeitige Kündigung Mietvertrag. Die Familie Novak ist erst im Juli 2024 in ihre Dreizimmerwohnung in Wien eingezogen. Doch schon nach 10 Monaten merken sie: Die Wohnung ist für zwei Kinder schlicht zu klein, das zweite Kinderzimmer fehlt, das Homeoffice muss im Wohnzimmer stattfinden, und Streit um den Platz ist Alltag geworden. Als sich eine größere Wohnung in Graz auftut, wollen sie den befristeten Vertrag rasch wieder beenden.

Doch: Geht das so einfach? Wir zeigen, was Mieter und Vermieter in dieser Situation tun können.

Die wichtigsten Fakten zur Kündigung befristeter Mietverträge laut MRG

  • Eine Kündigungserklärung ist frühestens nach 12 Monaten Mietdauer möglich.
  • Es gilt eine Kündigungsfrist von 3 Monaten, jeweils zum Monatsletzten.
  • Die Vertragsbeendigung ist somit frühestens nach 16 Monaten Mietdauer möglich.
  • Dieses Recht ist gesetzlich garantiert und nicht abdingbar (vgl. MRG 2024, S. 12).
  • Eine schriftliche Kündigung ist erforderlich.

Beispiel Novak: Mietbeginn: 1. Juli 2024 – Kündigungserklärung frühestens am 1. Juli 2025 – frühestmögliches Vertragsende: 31. Oktober 2025.

Weiterführende Informationen zum Thema Kündigung eines Mietvertrages: finden Sie auf der Website der Arbeiterkammer.

Vorzeitige Kündigung Mietvertrag – Rechtliche Grundlage: Das sagt das MRG

Laut MRG (Mietrechtsgesetz) dürfen Mieter nach einem Jahr mit dreimonatiger Frist zum Monatsletzten kündigen. Diese Regelung gilt für alle Mietverträge im Voll- oder Teilanwendungsbereich des MRG. Eine vertragliche Einschränkung ist nichtig, wenn sie das gesetzliche Kündigungsrecht ausschließt.

Vorzeitige Kündigung Mietvertrag - Mrg

Lesen Sie auch: unseren Beitrag zum Thema wohnrechtliche Fragen – Was Mieter und Eigentümer jetzt wissen müssen.

Was können Mieter tun, wenn sie früher raus möchten?

OptionBeschreibungHinweis
Einvernehmliche AuflösungGemeinsam mit dem Vermieter den Vertrag vorzeitig beendenSchriftliche Vereinbarung notwendig
Nachmieter vorschlagenMieter organisiert Ersatz, um Vermieter zu entlastenKeine gesetzliche Pflicht, aber häufig praktikabel
Abschlagszahlung anbietenPauschale Zahlung als Ausgleich für VermieteraufwandNur mit beidseitigem Einverständnis gültig
Wohnung bis reguläres Kündigungsdatum weiter zahlenRechtlich sicher, aber teuerWohnung kann ev. zwischengenutzt werden

Checkliste für Mieter wie Familie Novak:

  • Zustand der Wohnung dokumentieren (Foto, Protokoll)
  • Mietvertrag prüfen: Befristung und MRG-Anwendung?
  • Gespräch mit Vermieter suchen: Kooperationsbereitschaft klären
  • Nachmieter suchen oder Aufhebungszahlung anbieten
  • Vereinbarung schriftlich fixieren

Was können Vermieter tun?

MaßnahmeNutzenVoraussetzung
Aufhebungsvertrag akzeptierenVermeidung eines streitigen VerfahrensFreiwillige Zustimmung
Pauschale Abschlagszahlung vereinbarenAusgleich für Aufwand & LeerstandMuss im Vertrag definiert werden
Wohnung sofort neu vermietenEinkommensausfall reduzierenZustellung in ordentlichem Zustand
Vertrag weiterlaufen lassenRechtlich sicher, keine Sondervereinbarung nötigRisiko von Leerstand und Konflikt

Eine besonders praxisnahe Lösung, wie sie auch im Fall der Familie Novak zur Anwendung kam, ist die Vereinbarung einer pauschalen Abschlagszahlung durch den Mieter. So kann der Vermieter wirtschaftliche Nachteile durch den vorzeitigen Auszug – wie etwa Leerstand, Inseratskosten, Malerarbeiten oder Neuvergabe – finanziell abfedern. In vielen Fällen ist eine Zahlung in Höhe von ein bis zwei Monatsmieten üblich und rechtlich zulässig, sofern sie auf freiwilliger Basis erfolgt. Diese Lösung bietet beiden Seiten Planungssicherheit und hilft, eine sonst mögliche Eskalation zu vermeiden.

Vorzeitige Kündigung Mietvertrag - Was Können Vermieter Tun

Checkliste für Vermieter:

  • Übergabeprotokoll erstellen
  • Prüfung: Liegt eine Kündigung oder Aufhebungsanfrage vor?
  • Wirtschaftlicher Schaden einschätzbar?
  • Bereitschaft zur Aufhebung vorhanden?
  • Schriftliche Vereinbarung mit konkretem Auszugsdatum?

Fristen richtig berechnen

Wer z. B. am 1. Juli 2024 einzieht, darf frühestens am 1. Juli 2025 kündigen. Bei dreimonatiger Frist wird der Vertrag dann zum 31. Oktober 2025 beendet.

Achtung: Das Kündigungsschreiben muss spätestens am 31. Juli 2025 beim Vermieter eingehen, um das Vertragsende per 31. Oktober zu bewirken.

Key Takeaways – Vorzeitige Kündigung Mietvertrag

  • Gute Kommunikation hilft, Konflikte zu vermeiden
  • Vorzeitige Kündigung ist ab dem 13. Monat erklärbar
  • 3 Monate Frist, zum Monatsletzten → Vertragsende frühestens nach 16 Monaten
  • Schriftform und rechtzeitige Zustellung sind Pflicht
  • Einvernehmliche Lösung mit Abschlagszahlung ist rechtlich möglich

So unterstützt Sie Kroy Immobilien

Ob wie im Fall der Familie Novak oder in Ihrer ganz individuellen Wohnsituation: Eine vorzeitige Vertragsauflösung kann kompliziert sein – muss sie aber nicht. Wir von Kroy Immobilien unterstützen Sie dabei, rechtssichere Kündigungen zu formulieren, faire Lösungen mit Vermietern zu finden oder geeignete Nachmieter zu vermitteln.

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FAQ

Kann ich vor Ablauf eines Jahres kündigen?

Nein, frühestens ab dem 13. Mietmonat laut MRG.

Kann der Vermieter eine frühere Kündigung erzwingen?

Nein, der Mieter bestimmt den Zeitpunkt der Kündigung.

Was passiert, wenn ich einfach ausziehe?

Die Miete läuft weiter, bis der Vertrag rechtswirksam endet.

Ist eine Abschlagszahlung legal?

Ja, sofern freiwillig vereinbart und angemessen.

Disclaimer:
Die Inhalte dieses Beitrags wurden sorgfältig recherchiert. Dennoch übernehmen wir keine Gewähr für die Richtigkeit, Vollständigkeit oder Aktualität der Informationen. Dieser Beitrag dient ausschließlich der allgemeinen Information und stellt keine rechtliche oder fachliche Beratung dar.

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